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Warum ich mich ehrenamtlich in der Rehkitzrettung engagiere

Im Frühsommer 2022 las ich zufällig einen Aufruf in einem Nachbarschaftsnetzwerk, dass für das Wochenende Helfer und Helferinnen für die Rehkitzsuche in Feldern unseres Nachbarortes gesucht werden. Da mein Partner Ingo und ich gerne und viel in der Natur unterwegs sind, meldete ich uns an und am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr trafen wir bei angenehm kühlen Temperaturen am Treffpunkt ein. Ich konnte nicht ahnen, dass dies einer der anstrengendsten Tage meiner bisherigen Outdoor-Aktivitäten werden sollte.

Wir waren eine Gruppe von knapp 20 Leuten und starteten bei einem Feld mit brusthohem, staubtrockenem Gras. Alle in einer Reihe, mit einem Abstand von einem Besenstiel zueinander gingen wir langsam in Bahnen durch das Feld und wendeten mit Besenstielen und Stöcken das Gras auf der Suche nach Kitzen. Schon nach wenigen Metern bildete sich über dem Feld eine Schicht aus aufgewirbeltem Staub und Gräserpollen, ich war froh, dass ich in den Tiefen meines Rucksacks noch eine FFP2-Maske gefunden hatte.

So suchten wir Feld für Feld ab, während die Sonne und die Temperaturen höher stiegen und sich viele Menschen wohl über diesen herrlichen, heißen Frühsommertag freuten und in den Freibädern ihre Bahnen zogen. Wir zogen in praller Sonne in der Mittagshitze unsere Bahnen durch die Felder, während die Gruppe im Laufe des Tages immer kleiner wurde. Immerhin wurde an dem Tag auch ein Kitz gefunden und gerettet. Im Laufe des brüllheissen Nachmittags brachte uns der Mann einer Helferin Wassereis von der Tanke und wir gönnten uns 10 Minuten Pause unter einem Baum. Die Haut auf meinen Armen sah schon aus wie gut durchgegart, an ein Käppi hatte ich gedacht, Sonnenmilch aber vergessen.

Beim letzten Feld an dem Tag, gegen 18 Uhr, waren wir nur noch 8 Leute, müde, abgekämpft, schmerzende Füße, schmerzende Rücken. Wir hatten nur den einen Tag bisher so erlebt, die anderen aus dem Team hatten schon an etlichen Tagen vorher in dem Jahr Felder abgesucht. An diesem Tag wurde in dem schon bestehenden Team der Entschluss gefasst, so nie wieder, im nächsten Jahr machen wir das mit Drohne.

Ich hatte vor diesem Tag nichts darüber gewusst, wie grausam jedes Jahr so viele Kitze bei der Mahd verletzt werden und ums Leben kommen und für Ingo und mich stand fest, dass wir uns weiter in der Rehkitzrettung engagieren. Wir haben uns eine kleine Drohne gekauft und im Urlaub ein paar Tage später hat sich Ingo schon mal mit der Technik und den vielfältigen Vorschriften beschäftigt und fliegen geübt. Direkt nach dem Urlaub hat er in einem zweitägigen, selbst finanzierten Kurs den Führerschein A2 gemacht und seit 2023 sind wir ein Teil des Drohnen-Teams, Ingo als Pilot, ich als Spotterin.

Bei aller Begeisterung will ich nicht verschweigen, dass unser Engagement während der Mahdzeit auch massive Einschränkungen für uns bedeutet. Wir sind beide Vollzeit berufstätig mit Jobs, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, und nach mehreren Stunden Einsatz morgens ab 5 Uhr (der Wecker klingelt dann um 4 Uhr) noch einen ganzen Arbeitstag zu bewältigen, und spätabends ggf. noch einen Einsatz für den nächsten Tag vorzubereiten, ist extrem anstrengend, erst recht bei Einsätzen mehrere Tage am Stück hintereinander. Für mich als Selbstständige bedeutet es Einkommensverlust, wenn ich meine Arbeitszeit reduziere, um lange Einsätze bis in den Vormittag hinein bewältigen zu können. Früher haben wir die Feiertagswochenenden zwischen Ostern und Juni für Kurzurlaube mit Rad- und Wandertouren genutzt und sind in der Vorsaison im Mai / Juni in Urlaub gefahren. Das alles ist nicht mehr möglich. Und manchmal löst das auch Frust in mir aus. Aber wenn ich dann daran denke, dass ich mit meinem Einsatz dazu beitragen kann, mit unserem Team Tierleid zu verhindern, stehe ich doch wieder nach einer viel zu kurzen Nacht um 4 Uhr auf, auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt.

Vielleicht kann ich an diesem Morgen ein kleines Kitz davor bewahren, bei lebendigem Leib vom Mähwerk zerstückelt zu werden.

Carla

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